Unsere spontane Antwort lautet: Ja, Hunde können sich tatsächlich verlieben. Und das ist nicht nur Disney-Magie oder ein emotionaler Ausrutscher deines Vierbeiners. Erinnerst du dich an Susi und Strolch? Der berühmte Spaghetti-Kuss ist zwar biologisch betrachtet nicht unbedingt realistisch, aber der Gedanke dahinter ist wunderschön. In der Realität würden wahrscheinlich beide Hunde einfach gleichzeitig auf den Napf springen, einer schlingt schneller, der andere ist beleidigt und die Romantik wäre dahin. Trotzdem zeigen Studien, dass Hunde erstaunlich viel Gefühl besitzen und dass ihre emotionale Welt uns näher ist, als viele denken.

einer etwas echteren Szene nachempfunden

Die Emotionen unserer Hunde

Für uns Menschen ist es manchmal gar nicht so einfach zu erkennen, was in einem Hund vorgeht. Hunde sprechen weder Französisch noch Deutsch und ganz sicher auch keine andere menschliche Sprache. Falls dein Hund doch eines Tages anfängt, eine Sprache zu sprechen, sag uns bitte sofort Bescheid. Schreib es in die Kommentare unserer Facebook-Seite, wir würden sehr gerne die erste Studie über einen mehrsprachigen Hund veröffentlichen. Wahrscheinlicher ist aber, dass wir uns weiterhin auf wissenschaftliche Erkenntnisse und auf Jahrhunderte gemeinsamer Erfahrung verlassen müssen. Genau dort finden wir viele verlässliche Hinweise darauf, wie Hunde ihre Emotionen zeigen und wie wir sie besser verstehen können.

Dein Hund, wenn er mitkriegt, dass du einen Knochenjob hast

Was bedeutet Liebe bei Hunden?

Nur weil Hunde kein Wort für Liebe haben, heißt das nicht, dass sie sie nicht fühlen. Wenn wir Liebe als eine langfristige Bindung definieren, bei der man sich freut, wenn man getrennt war, bei der man Nähe sucht, einander schützt und gemeinsame Aufgaben teilt, dann ist klar, dass Hunde dafür absolut fähig sind. Soziale Bindung und echte Hingabe sind die sichtbarsten Beweise für Liebe aus Sicht der Verhaltensforschung. Wenn dein Hund also freiwillig Zeit mit dir verbringen möchte, liegt das nicht nur daran, dass du den Napf auffüllst. Da steckt echte Zuneigung dahinter.

Auch die Wissenschaft liefert spannende Hinweise. In einer Studie bekamen einige Hunde kleine Stückchen Hotdog, während andere zu bestimmten Momenten nur gelobt wurden. Als man anschließend die Aktivität im Belohnungszentrum ihrer Gehirne verglich, zeigte sich, dass viele Hunde ebenso stark auf Lob wie auf Futter reagierten. Das bedeutet nicht, dass dein Hund künftig keine Snacks mehr möchte, aber es zeigt sehr deutlich, dass Anerkennung für ihn genauso wertvoll sein kann wie ein Leckerbissen.

Er sagt Nein zu Hotdogs – nur Früchte und Gemüse

Können Hunde sich verlieben?

Hunde empfinden Emotionen, zeigen hingebungsvolle Verhaltensweisen und haben ein hoch entwickeltes Sozialverhalten. Aber können sie sich wirklich verlieben, so wie wir es aus romantischen Filmen kennen? In gewisser Weise ja. Hunde teilen zwar nicht unsere Vorstellungen von romantischen Dates oder Hochzeiten, aber sie zeigen tiefe, leidenschaftliche Bindungen. Zudem produzieren Hunde, genau wie wir, das berühmte Liebeshormon Oxytocin. Studien, darunter eine bekannte Untersuchung der Universität Tokio, zeigen, dass Hunde bei positiven Interaktionen mit Menschen oder anderen Hunden Oxytocin ausschütten. Dieses Hormon stärkt Bindungen zwischen Eltern und Kindern, zwischen Freunden und natürlich auch zwischen Partnern. Dein Hund träumt vielleicht nicht vom perfekten Candle-Light-Dinner, aber er kann tiefe und dauerhafte Verbindungen aufbauen. Wenn dein Hund also einen besten Freund im Hundepark hat oder sich liebevoll an deine Katze kuschelt, dann ist das ein ziemlich deutliches Zeichen für echte Zuneigung.

Liebe kennt keine Farbe

Anzeichen dafür, dass dein Hund dich liebt

Es gibt einige klare Hinweise darauf, dass dein Hund echte Gefühle für dich hat. Intensiver Blickkontakt, pure Freude, wenn du nach Hause kommst, der Wunsch, einfach in deiner Nähe zu sein, und das berühmte Mit-Gähnen sind typische Zeichen dafür, dass dein Hund eng mit dir verbunden ist. Für viele von uns fühlt es sich eindeutig wie Liebe an, wenn unser Hund wedelnd auf uns zu rennt oder uns anhimmelt. Expertinnen und Experten sind sich einig, dass wir dieses Verhalten ganz beruhigt Liebe nennen dürfen. Wir nennen es bei Menschen schließlich auch so.

Wenn Hunde eifersüchtig werden

Vielleicht hattest du schon einmal das Gefühl, dein Hund sei ein wenig enttäuscht von dir. Vielleicht, weil du einem anderen Hund Aufmerksamkeit geschenkt hast oder weil du dich für einen Abend außer Haus entschieden hast, statt die Couch mit deinem Vierbeiner zu teilen. Es ist gut möglich, dass dein Hund in solchen Momenten tatsächlich so etwas wie Eifersucht empfindet. Der New York Times zufolge gibt es immer mehr Forschung darüber, ob Hunde echte Eifersuchtsreaktionen zeigen können.

Das mit der Katze… das kann und will ich nicht verzeihen

Was wir aus all dem über Hundegefühle lernen können

Ein großer Teil der Freude am Leben mit einem Hund liegt darin, dass sie ihre Gefühle scheinbar so offen tragen. Freude, schlechtes Gewissen, Begeisterung, Neugier – Hunde zeigen vieles direkt und ohne Filter. Die spannende Frage lautet jedoch, wie sehr diese sichtbaren Gefühle mit unseren eigenen vergleichbar sind. Forschende auf der ganzen Welt untersuchen die Psychologie unserer vierbeinigen Freunde, um besser zu verstehen, was im Inneren eines Hundes wirklich passiert.